2K-Klebstoffe - Eigenschaften und Unterschiede


Zweikomponenten-Klebstoffe (2K-Kleber) bestehen aus zwei voneinander getrennten Bestandteilen: Harz und Härter (auch Aktivator genannt). Beide Komponenten müssen miteinander im genauen Mischungsverhältnis vermischt werden, sonst tritt kein Klebeeffekt ein. Bereits beim Mischen reagieren die beiden Komponenten miteinander. Mit fortschreitender Reaktion nimmt die Viskosität stetig zu, bis der Klebstoff nicht mehr fließfähig ist. Bei einer Unterart der 2-K-Klebstoffe werden die beiden Komponenten nicht gemischt, sondern getrennt auf die Fügeteile aufgetragen: das Harz auf das eine Werkstück, der Härter auf das andere. Beim Auftragen tritt die Reaktion ein und die Festigkeit ist in wenigen Minuten erreich. Für beide Klebstoffarten gibt es entsprechende Verarbeitungsgeräte.

EPOXIDE (EP)

Epoxydharzklebstoffe sind Zweikomponentenkleber bestehend aus Harz und Härter, die bei Gebrauch in einem bestimmten Verhältnis gemischt werden, damit die geforderten Eigenschaften erreicht werden. Nach dem Anmischen des Klebers ist die Verarbeitungszeit begrenzt und wird als so genannte Topfzeit angegeben. Der Härteprozess ist meist eine exotherme Reaktion (Wärme wird abgegeben). Die dabei entstehende Wärme verflüssigt das Gemisch. Es gibt verschieden schnell eingestellte Epoxide, je nach Anwendungsbedarf.

Die Aushärtung erfolgt bei Raumtemperatur, wird aber durch Wärmezufuhr beschleunigt. Je höher die Temperatur, desto kürzer wird die Aushärtezeit und desto höher die Endfestigkeit.


Epoxide zeichnen sich aus durch:
 
  • Verkleben von Metall, Keramik, Glas, Stein, Holz, Faserverbundwerkstoffen, Hartkunststoffen u.v.m.
  • gute Haftung auf zahlreichen Untergründen
  • besonders geeignet für hochfeste Metallverbindungen
  • Wärmebeständigkeit
  • Chemikalien - und Alterungsbeständigkeit
  • geringen Geruch, da keine flüchtigen Stoffe verarbeitet werden
  • geringe Kriecheignung und Härtungsschrumpfung

METHACRYLATE (MMA)

Diese 2-Komponenten-Klebstoffe ergeben in sehr kurzer Zeit ein Polymernetzwerk mit hoher Festigkeit, wobei das Methacrylat die hohe Härte verursacht, der Kautschuk elastifizierend wirkt und die Säure die Adhäsion auf ein erstaunlich hohes Niveau bringt.

Der Klebstoff kann über ein Mischersystem aufgetragen werden, ihn gibt es aber auch als System ohne Vermischen. (2K-NO-MIX-Struktur-Klebstoffe)


Charakteristiken für Methacrylat:
 
  • Verklebt Metall, Kunststoffe, Verbundwerkstoffe, Keramik, Holz u.v.m.
  • einfache Verarbeitung bei Raumtemperatur
  • gute Chemikalienbeständigkeit
  • große Temperatureinsatzbreite und Wärmebeständigkeit
  • hohe Zug- und Scherfestigkeit
  • gute Spaltüberbrückung
  • leichte Hantierbarkeit und schnelle Fixierung
  • rasche Aushärtung
  • flexible Verbindungen

POLYURETHANE (PUR)

Polyurethane sind 2K-Klebstoffe, die bei Raumtemperatur aushärten. Die Komponenten zur Erreichung der angegebenen Eigenschaften sind Polyl (Klebstoff) und Isocyanat (Härter).

Polyurethane werden vorzugsweise für Flächenverklebungen eingesetzt. Sie sind fugenfüllend und bleiben im Endzustand flexibel und elastisch. Polyurethane erreichen nicht die Festigkeiten wie Epoxide. Ergeben dafür aber elastische Verbindungen.


Kennzeichen der PUR-Verklebung:
 
  • hochelastisch und -flexibel
  • mittlere Festigkeiten
  • Wärmebeständig, auch bei Materialien mit unterschiedlichen Wärmeausdehnungen
  • sehr gute Haftung auf zahlreichen Untergründen
  • fügenfüllend

 
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